Weichen stellen

Ich bin schon wieder unterwegs. Mit wlan im ICE auf in ein neues Tagungshaus. Im Kloster Volkenroda war ich noch nie. Ich bin sehr gespannt darauf und freue mich auf intensive Tage mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Diakonenkonvent meiner Kirche.
Es sind gerade spannende Tage in meinem Leben. Weichen werden gestellt. Beruflich und privat. Das macht Spaß und gibt mir Kraft. Ich merke, wie ich aufblühe und die schwere Zeit des letzen Jahres mehr und mehr in den Hintergrund rückt. Es war nicht einfach für mich ohne eigene Perspektive umzuziehen. Umso mehr freue ich mich über das, was nun wächst.
Die dritte Fastenwoche ist zu Ende. Ein Gedanke hat mich besonders bewegt: Zwischen allen Zukunftsplänen und Hausbaugedanken möchte ich nicht vergessen, dass Gott mich versorgt und trägt.

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Unterwegsgeschichten (2)

Unterwegs in vollen Zügen. Das Genießen bleibt da auf der Strecke.
Aber ich lerne. Ich lerne über die Menschen, die mit mir unterwegs sind. Manchmal würde ich mich gerne mehr distanzieren – manchmal habe ich das Gefühl, dass wir eigentlich in entgegen gesetzte Richtungen fahren. Innerlich.
Ich erlebe Dinge, die mich den Glauben an die Menschheit verlieren lassen und ich weiß Dinge über Ehemänner und Kinder, auf die ich eigentlich verzichten könnte. (Über Ehefrauen wird erstaunlicherweise wenig gelästert.) Ich weiß, wohin die Leute in Urlaub fahren und dass Bad Belzig die schönste Therme hier in der Gegend hat. Ich weiß über gute und schlechte Lehrkräfte Bescheid und was es zum Abendessen gibt.
Es strengt mich an dass alles zu hören. Es ist voll und ich mag es nicht so eng. Und so höre ich über meine Kopfhörer Musik oder ein Hörbuch. Ich tauche ab, mache die Augen zu versuche diese täglichen Stunden so gut wie möglich zu verbringen.
Eigentlich würde ich gerne schreiben im Zug, aber dafür habe ich noch nicht die richtige Methode gefunden. Es ist einfach zu voll in den Zügen. Das Genießen bleibt da auf der Strecke.

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Ein Jahr

Ein Jahr voller Fragen und Zweifel. Voller Unsicherheit und Selbstzweifel. Ein Jahr der Suche. Ein Jahr voller Abschied und vermissen, voller Heimweh und Sehnsucht.
Ein Jahr unterwegs.

Ein Jahr voller Neuanfang und Spannung. Voller Vofreude und Hoffnung. Ein Jahr des Findens. Ein Jahr voller Willkommen und ankommen, voller Heimat und Herzenswünsche.
Ein Jahr unterwegs.

Ein Jahr in Elstal.

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Weitermachen

Wenn alles zuviel ist – in mir drin und um mich herum – dann kann ich nicht schreiben. Dann sind die Worte verworren, durcheinander und lassen sich nicht zu einem Text formen. Dann fehlt die innere und äußere Ruhe zum Schreiben.
Doch heute habe ich das Gefühl, dass es weiter gehen kann. Sicherlich gibt es dann auch noch den einen oder anderen Rückblick auf das Unterwegssein der vergangenen Monate.
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Unterwegsgeschichten (1)

Den ersten Tag seit Wochen bin ich mal wieder ganz alleine unterwegs. Ich genieße es total. In vollen Zügen, könnte ich auch schreiben, denn es geht mit dem Zug nach Hannover und wieder zurück.
Dabei treffe und beobachte ich ein paar Leute, die mich beeindrucken:
Da ist die Frau mit zwei Kindern im Zug. Die jüngere Tochter mit Down-Sydrom, die ältere mit Pubertier-Syndrom. Sie macht das toll. Ich bewundere sie sehr.
Da ist der Reinigungsmann am Bahnhof, der die Pfandflaschen für einen Sammler extra zur Seite gestellt hat.
Da ist der Mann, der seit einigen Jahren in einer Patchworkfamilie lebt mit all den Höhen und Tiefen.
Da ist die Frau, die dieses Jahr zwei Kinder von zu Hause gehen lässt. Sicherlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Unterwegs sein ist schön. Ich genieße es in vollen Zügen.

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