#wasfehlt

Fahrräder mit Kisten, Körben und bunten Klingeln. Die kurzen Wege. Morgendliches Loskommen und in den Kindergarten bringen ohne Diskussion und Geheule. Der Blick auf den Garten mit den sprießenden Tulpen und Osterglocken. Mein Schreibtisch. Meine Arbeit. Das café mittendrin. Unser Kindergarten mit den tollen Erzieherinnen und Erziehern. Die kleine Schule mit der Bücherei und vielen engagierten Lehrerinnen und Eltern. Freunde der Kinder, Spielbesuch zu Hause. Der Kollege. Einfach aufs Fahhrad schwingen und nach Holland fahren. Bei Oosterik nach Sachen für den Garten und Frühlingsdeko gucken. Freunde treffen. Und heute Abend fehlt mir ganz besonders das Abendessen am Gründonnerstag in der Baptistenkirche Nordhorn.

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Abschied (2)

Freitag, 29.01.16

Das Haus ist leer und geputzt. Die Lampen fast alle abgeschraubt. Es wird dunkel.
Der LKW ist schon lange weg. Nur meine Mama und ich sind noch da.
Nun machen wir uns auf den Weg in unseren (vorerst) letzten Abend in Nordhorn.
Irgendwann in dieser letzten Woche reifte in mir der Plan für diesen Abschiedsabend.
Und so fahren wir ins Kloster Frenswegen zur Abendandacht. Ich bin ein bisschen wehmütig. Eigentlich hätte ich das viel öfter machen sollen. Einfach mal am Freitag- oder Samstagabend runterkommen und die Stille genießen. Aber es ging nicht. 18:00 Uhr ist einfach keine ideale Zeit für eine Familie.
Und so genieße ich diese letzte Andacht umso mehr. Wir werden herzlich begrüßt.
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Abschied (1)

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

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Text: Hermann Hesse
Bildnachweis: Simon Werner