Unterwegsgeschichten (1)

Den ersten Tag seit Wochen bin ich mal wieder ganz alleine unterwegs. Ich genieße es total. In vollen Zügen, könnte ich auch schreiben, denn es geht mit dem Zug nach Hannover und wieder zurück.
Dabei treffe und beobachte ich ein paar Leute, die mich beeindrucken:
Da ist die Frau mit zwei Kindern im Zug. Die jüngere Tochter mit Down-Sydrom, die ältere mit Pubertier-Syndrom. Sie macht das toll. Ich bewundere sie sehr.
Da ist der Reinigungsmann am Bahnhof, der die Pfandflaschen für einen Sammler extra zur Seite gestellt hat.
Da ist der Mann, der seit einigen Jahren in einer Patchworkfamilie lebt mit all den Höhen und Tiefen.
Da ist die Frau, die dieses Jahr zwei Kinder von zu Hause gehen lässt. Sicherlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Unterwegs sein ist schön. Ich genieße es in vollen Zügen.

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Ich bin gestolpert und geflogen

In dieser Woche bin ich auf ein Lied der Band „Tonbandgerät“ gestoßen, dass ziemlich gut meine Stimmungslage wieder gibt. Ich kann zurzeit nicht viele Worte machen. Ich bin unterwegs, falle hin und stehe wieder auf. Vieles in mir ist verwirrt und unsicher. Deshalb teile ich heute nur diesen Refrain mit Euch:

„Ich bin gestolpert und geflogen,
war weit unten und ganz oben.
Ich bin viel zu lange auf den Beinen.
Ich komm jetzt heim. Ich komm jetzt heim.“

Text: „Ich komm jetzt heim“ von Tonbandgerät

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#washierschönist

Andere Freunde treffen, die vorher weit weg waren. Die Hauptstadt vor der Tür. Zu sehen, wie toll die Kinder, das alles meistern. Zwei Stunden bis zum Meer. Mehr freie Wochenenden. Feierabend. Familie vor Ort. Mit den Kindern auf den Erdbeerhof fahren. Spielkameraden vor der Haustür. Zeit haben. Spontanes Wegfahren am Wochenende. Weniger Regen. Langeweile. Kolleginnen und Kollegen in den Büros gegenüber. Die Wohnung ist so klein, dass man den Staubsauger nur einmal umstecken muss. Jeden Tag ein bisschen mehr wohlfühlen.

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#wasfehlt

Fahrräder mit Kisten, Körben und bunten Klingeln. Die kurzen Wege. Morgendliches Loskommen und in den Kindergarten bringen ohne Diskussion und Geheule. Der Blick auf den Garten mit den sprießenden Tulpen und Osterglocken. Mein Schreibtisch. Meine Arbeit. Das café mittendrin. Unser Kindergarten mit den tollen Erzieherinnen und Erziehern. Die kleine Schule mit der Bücherei und vielen engagierten Lehrerinnen und Eltern. Freunde der Kinder, Spielbesuch zu Hause. Der Kollege. Einfach aufs Fahhrad schwingen und nach Holland fahren. Bei Oosterik nach Sachen für den Garten und Frühlingsdeko gucken. Freunde treffen. Und heute Abend fehlt mir ganz besonders das Abendessen am Gründonnerstag in der Baptistenkirche Nordhorn.

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10 Minuten am Morgen

Wenn morgens alle aus dem Haus sind, genieße ich die Ruhe und nehme mir 10 Minuten um gut in den Tag zu starten. In diesem Advent gibt es zwei Begleiter an jedem Morgen. Bei Susanne Niemeyer von Freudenwort habe ich mich zum „Adventskalender zum Selberschreiben“ angemeldet. Jeden Morgen bekomme ich nun eine kleine Schreibanregung. Das große Thema heißt „Warten“. Nichts passt besser in meinen Advent 2015. Ich warte auf so vieles in diesem Jahr. In der kleinen Einstiegsgeschichte von Frau Niemeyer kommt ein Warteengel auf die Erde, der beim Warten helfen will. Braucht man beim Warten Hilfe? Oh ja. Denn: „Warten ist Tun, das man nicht sieht. Man tut innen was“. Die Hilfe dieses Engels nehme ich gerne in Anspruch. Und dann schreibe ich. Schreiben hilft mir mein Innerstes zu sortieren. Und manches davon, könnt ihr dann hier lesen.
Mein zweiter Begleiter ist der „Andere Adventskalender“. Jeden Tag ein Text, ein Gebet, eine Geschichte, die mich durch den Tag begleiten. Diese 10 Minuten laufen nicht jeden Tag gleich ab – mal gibt es Musik dazu. Mal eine Kerze in der Krippe. Oder nur Stille. Mal kommen mir sofort Ideen oder Menschen in den Kopf, denen ich nachgehen muss.
Nach dieser Zeit gehe ich geordneter in den Tag. Ruhiger und in der Gewissheit nicht alleine zu sein.
Was macht ihr morgens um in den Tag zu starten? Gibt es feste Rituale? Ich würde mich freuen davon zu lesen!

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