mittendrin (2)

Sie wollte eigentlich nur mal gucken. Durchs Fenster, ganz vorsichtig. Nur mal gucken, was so los ist im café mittendrin. Jemand sagte dann zu ihr: „Komm rein, dann kannst Du raus gucken“. Seit dem ist sie mittendrin und hilft auch anderen Leuten dabei rein zu kommen. Sie lacht gerne, sie bekommt gerne Post und sie liebt die Körnerbrötchen beim Frühstück. Mit anderen Gästen teilt sie die Einsamkeit, seit der Mann verstarb. Deshalb versteht sie. Das braucht nicht viele Worte. Ich werde sie vermissen.

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mittendrin (1)

B. ist Stammgast von Anfang an. Dass, sein Leben nicht einfach war, sieht man ihm an. Unzählige Schlaganfälle lassen ihn humpeln. Mit der Fietse (Fahrrad) geht es besser. Die ersten Jahre stand er draußen am Stehtisch mit Kaffee und Zigarette. Inzwischen sitzt er mittendrin. Den Kuchen isst er mit viel Sahne. Meistens bringt er Blumen mit. Er redet nicht so viel, aber einen Spruch hat er immer auf den Lippen. Seit 15 Jahren ist er trocken, seit 10 Monaten raucht er nicht mehr. Sonst wäre er wohl schon unter der Erde. Heute kam er zum Tschüß sagen zum Frühstück. Früh Aufstehen ist sonst nicht seine Sache, aber was er sich vornimmt, das schafft er auch. B. du wirst mir fehlen.

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Wenn dein Kind dich morgen fragt …

Abraham, Jakob und Naomi – Wirtschaftsflüchtlinge.
Dein Auto ein Japaner, deine Pizza italienisch, dein Kaffee brasilianisch.

Und Du?

Hast du schon mal geträumt von einem besseren Leben in einem anderen Land? Von Amerika vielleicht oder Schweden? Von einem Land in dem besonders die pflegenden Berufe viel, viel bessere Arbeitsbedingungen haben? Weiterlesen

Herzlich Willkommen

Es ist so einfach, Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, zu zeigen, dass sie hier bei uns willkommen sind. Heute im café mittendrin (eine Einrichtung unserer Kirche und der Nordhorner Tafel e.V.) waren zwei neue Gäste aus Syrien. Kaffee und Kuchen für wenig Geld, ein Lächeln und ein kurzes Gespräch, Visitenkarte mit Telefonnummer und ein „You are welcome“ reichen aus, um ihnen und mir ein Lächeln in diesen Tag zu zaubern. Und in unserer Kleinstadt laufen wir uns bestimmt bald wieder mal über den Weg. Herzlich Willkommen!

Wer etwas längere Willkommensgeschichten lesen möchte, kann dies bei dem Fotografen Martin Gommel tun. Aber Vorsicht, es könnte Dich berühren.

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