Wenn dein Kind dich morgen fragt …

Abraham, Jakob und Naomi – Wirtschaftsflüchtlinge.
Dein Auto ein Japaner, deine Pizza italienisch, dein Kaffee brasilianisch.

Und Du?

Hast du schon mal geträumt von einem besseren Leben in einem anderen Land? Von Amerika vielleicht oder Schweden? Von einem Land in dem besonders die pflegenden Berufe viel, viel bessere Arbeitsbedingungen haben?

Mose und Jesus – politische Flüchtlinge.
Dein Christus ein Jude, deine Demokratie griechisch, deine Zahlen arabisch.

Und Du?

Hast du schon mal Angst gehabt zu beten oder öffentlich über deinen Glauben zu reden? Kannst du dir vorstellen wie es ist nicht reisen zu können, sondern von einer Mauer umgeben zu sein? Kannst du dir vorstellen nicht zu wissen, was deine Kinder heute Abend essen oder trinken sollen. Von dir selbst ganz zu schweigen?

Paulus, Petrus und Jakobus verfolgt wegen ihres Glaubens.
Deine Oma aus Ostpreußen, deine Mutter aus Sibirien, deine Frau aus Pommern? Dein Nachbar aus Syrien?

Und Du?

Musstest du schon einmal irgendwo ganz neu anfangen? Hast du dich schon mal fremd gefühlt? Bist du schon mal geflohen?

„Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisst um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid.“ 2.Mose 23,9

Und Du?

Was sagst du, wenn dich dein Sohn oder deine Tochter morgen fragt, was du im Spätsommer 2015 gemacht hast. Was dich beschäftigt und was dich bewegt hat?
Vielleicht erzählst du, dass du im Paradies wohnst. In einem Land, wo Milch und Honig fließt, wo keiner hungern muss, wo Freiheit und Sicherheit ist. Wo jeder seine Meinung sagen darf. Wo die Christen frei beten und ihren Glauben bekennen dürfen und die Kirchen trotzdem leer sind. Wo die Kinder zur Schule gehen dürfen und nicht arbeiten müssen. Ein Land, das freie Ausbildungs- und Arbeitsplätze hat, weil die Leute immer älter werden und immer weniger Kinder bekommen. Ein Land mit Platz zum Häuser bauen. Ein Land dessen gesundheitliche Versorgung so gut ist, dass die Leute wegen jedem Schnupfen zum Arzt gehen können.

Du wohnst in einem Land in das du hineingeboren wurdest. Mit großen und schönen Städten, die du nicht gebaut hast. Mit Häusern voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den Herrn vergisst, der dich in dieses Land geführt hast. (5.Mose 6)
In diesen Tagen wird Deutschland für viele Menschen zum Paradies. Zu dem Land wo Milch und Honig fließt. Und wieder sind sie unterwegs durch das Meer und durch die Wüste. Wochen- und monatelang. Manche auch Jahre. Wer weiß denn, ob sie nicht vielleicht eine Wolken- und Feuersäule sehen? Gott kommt mit diesen Flüchtlingen nach Europa. Gott war immer mit den fremden und verachteten, mit den kleinen und den ausgestoßenen.

Und Du?

Du musst nur „Herzlich willkommen“ sagen und ein bisschen was abgeben von dem, was dir geschenkt wurde. Du musst nur ein bisschen zusammen rücken und kreativ sein. Du musst nur daran denken, dass es dich jederzeit genauso treffen könnte.

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Auszug der Predigt am 13.09.2015 in der Baptistenkirche Nordhorn „Sonntag der Diakonie“
Bildnachweis: knallgrün / photocase.de

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