Was für ein schöner Sonntag

Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern, mal gespannt, mal eher skeptisch, manche zögernd, viele gern, folgten sie den Spuren Jesu, folgten sie dem, der sie rief, und sie wurden selbst zu Boten, das der Ruf wie feuer lief:

Eingeladen zum Fest des Glaubens.

Und so kamen sie in Scharen, brachten ihre Kinder mit, ihre Kranken, auch die Alten, selbst die Lahmen hielten schritt. Von der Staße, aus der Gosse kamen Menschen ohne Zahl, und sie hungerten nach Liebe und nach Gottes Freudenmahl.

Und dort lernten sie zu teilen Brot und Wein und Geld und Zeit; und dort lernten sie zu heilen Kranke, Wunden, Schmerz und Leid; und dort lernten sie zu beten, dass dein Wille, Gott, geschehe; und sie lernten so zu leben, dass das Leben nicht vergehe.

Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern, mal gespannt, mal eher skeptisch, manche zögernd, viele gern, folgten wir den Spuren Jesu, folgten wir dem, der uns rief, und wir werden selbst zu Boten, dass der Ruf noch gilt, der lief:

Eingeladen zum Fest des Glaubens.

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Text: Eugen Eckert
Melodie: Alejandro VecianaBildnachweis: bauzaun. / photocase.de

Der Traum vom leichten Leben

Schwerwiegende Entscheidungen
fallen selten in leichten Zeiten,
und tief gehende Veränderungen
entstehen nicht durch
oberflächliche Erfahrungen.

Bedeutende Entwicklungen werden
kaum durch unbedeutende
Begegnungen angeregt,
und persönliche Hilfe erfahren wir so gut
wie nie in unpersönlichen Beziehungen.

Verständnis für die Schwachheit anderer
erwächst nicht aus der eigenen Stärke,
und wie man andere Menschen tröstet,
wissen wir erst, wenn wir nicht nur getrost,
sondern auch selbst getröstet sind.

Warum also sehnen wir uns ausschließlich
nach einem leichten und unbeschwerten Leben,
wenn das, was uns so wertvoll macht,
in einem verletzlichen und tiefgründigen,
in einem lebendig gelebten Leben liegt?

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Text: Hans-Joachim Eckstein
Bildnachweis: benicce / photocase.de

Wenn die Worte fehlen

Manchmal fehlen mir die Worte, obwohl sie in mir drin sind und raus möchten. Da tummeln sie sich in mir, diese Worte, und wissen nicht, wer zuerst kommt. Da sind sie so durcheinander geraten und streiten um Wichtigkeit und Schönheit. Da sind so viele Themen, die wichtig scheinen und die doch so schwer sind auszusprechen.

Manchmal bleiben sie mir im Halse stecken die Worte. Sie sind schon fast raus und wissen dann nicht weiter. Sie können es nicht ertragen, das gesehene Unrecht auch noch zu hören. Sie verstummen aus Angst nichts ändern zu können. Und manchmal haben sie Angst an der eigenen Unzulänglichkeit gemessen zu werden.

Wenn die Worte fehlen, hilft schweigen. Und schreiben. Und beten.
Schweigen mit dem Wunsch, dass die Worte ihren Weg zur richtigen Zeit finden.
Schreiben mit der Sehnsucht, dass es trotzdem gehört wird.
Beten in der Gewissheit, dass da Einer ist, der hört und sieht und mitgeht.

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Bildnachweis: knallgrün / photocase.de