Zwischen den Welten unterwegs

Nach einem kurzen Besuch im Flüchtlingsheim steige ich ins Auto und fahre wie durch den Nebel zum nächsten Termin. Manchmal ist es kaum auszuhalten dieses hin und her zwischen „meinen“ Welten, die so unterschiedlich sind. Auf der einen Seite diese Not, die Tristheit dieser Unterkunft, die Perspektivlosigkeit, die mich förmlich anschreit und dann mein gutbürgerliches Leben und das meines Umfeldes. Da sitze ich im nächsten Moment in einem Wohnzimmer und rede über die bestmögliche Schulwahl oder den richtigen Klavierlehrer. Manchmal fühle ich mich so fremd, so unwohl in beiden Welten. So dazwischen. Weder bei den einen, noch bei den anderen wirklich zu Hause. So hilflos auf der einen Seite und so wütend auf der anderen. Wie passt das zusammen? Wie können die einen in Afrika Urlaub machen, während die anderen fliehen? Wie können die einen den Bau ihres Eigenheimes planen, während die anderen nicht wissen, wo sie nächste Woche wohnen sollen?

Beides gehört in mein Leben, in meinen Alltag. Immer mehr. Ich möchte gerne Brücken bauen. Begegnungen ermöglichen. Fremdheit zulassen. Verständnis fördern. Veränderung herbei sehnen. Festgelegtes in Frage stellen. Doppelpunkte setzen. Gemeinsam unterwegs sein in einer Welt.

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